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Meine Geschichte

 

Manchmal erinnert man sich an Dinge, die unter normalen Umständen schon nach drei Tagen wieder durchs große Sieb der unwichtigen Dinge gefallen wären:

Mein Name ist Käthe Golücke. Ich wurde 1981 in Paderborn geboren und bin nunmehr seit 15 Jahren Wahlkölnerin.

Winter 2011/2012:


Nach drei intensiven Jahren, in denen ich eine Vollzeitstelle hatte, dort meine zweite Ausbildung absolvierte und die Abende mit den Unterrichtsmaterialien meines Bachelor Fernstudiums absolvierte, belohnte ich mich mit einer dreimonatigen Reise entlang der Ostküste Australiens.

Drei Jahre lang hatte mich der Gedanke an diese Reise motiviert und immer wieder angetrieben, die beruflichen Strapazen durchzuhalten.

Kaum gestartet, bekam ich am sechsten Tag meiner Reise plötzlich massive Rückenschmerzen, die mich weitere zwei Jahre begleiten sollten, ohne dass ein Arzt die Ursache dazu erkannte.

Ostern 2013:


Da sich trotz physiotherapeutischer Behandlungen und diverser Rückenübungen nichts änderte, nahm ich diesen dauerhaften Schmerz als Gott gegeben hin und schenkte ihm erst wieder konkrete Beachtung, als  weitere Beschwerden hinzu kamen: Es begann mit ein paar unscheinbaren Bläschen an der Hand. Trotz des Verzichts auf Gluten, der Gabe von Cortison und dem befolgten Tipp eines Arztes, mich "nicht so oft zu waschen", blieben die Bläschen meine ständigen Begleiter.

Nach und nach schlichen sich weitere Beschwerden in mein Leben ein: Mein Schweißgeruch veränderte sich so massiv, dass ich das Gefühl hatte, nicht soviel duschen zu können, wie ich stank. Hinzu kam ein Juckreiz, der zunächst immer abends und nur unter den Armen auftrat und sich nach und nach so massiv ausweitete, dass ich es kaum ertragen konnte, Kleidung auf der Haut zu haben und mich teilweise aufs Blut aufkratzte. Zahlreiche Besuche bei diversen Hautärzten brachten keinen Befund, da mein Hautbild ansonsten unauffällig bzw. normal war. Nach Hause geschickt wurde ich meist mit der Vermutung, dass ich an einer Autoimmunerkrankung leiden würde. Wie ich erst vor kurzem durch das Lesen der Patientenquittung meiner Krankenkasse erfuhr, unterstellte man mir psychosomatische Gründe als Auslöser, was aber niemals kommuniziert, sondern nur abgerechnet wurde.
Da sich mein Wohlbefinden im Urlaub immer deutlich besserte, dachte auch ich zugegebenermaßen eine Zeit darüber nach, ob Stress die Ursache für so massive Beschwerden sein könnte.

KamelCa. 1,5 Jahre litt ich an Beschwerden und absolvierte unendlich viele Arztbesuche. Da ich jedem Arzt, den ich aufsuchte, meine Geschichte immer von neuem erzählen musste und keiner bereits vorhandene Befunde und Werte von Voruntersuchungen in seine Überlegungen mit einbezog,  hatte ich zu diesem Zeitpunkt bereits begonnen, all meine Befunde und Symptome in einer Exceltabelle zentriert zu sammeln und mit "Dr. Googles" Hilfe mittels Mehrheitsverfahren selbst herauszufinden, was der Grund für meine Beschwerden sein könnte.

September 2013:


Durch die Sammlung und Auswertung all meiner Werte hatte ich den Verdacht, an Krebs – explizit einem Hodgkin Lymphom – erkrankt zu sein. Ich äußerte diesen Verdacht allen Ärzten gegenüber, die ich konsultierte und schrieb eine Email mit meinen Werten und Befunden an einen Professor für seltene Erkrankungen. Doch selbst dieser schloss meine Vermutung aus.

Die deutlichste Antwort, die mir gegeben wurde war:

Hören Sie auf zu googlen und überlassen Sie das den Profis

Da ich zu diesem Zeitpunkt durch das Hautjucken und die Rückenschmerzen einen massiven Leidensdruck hatte, lies ich schlussendlich auf eigene Kosten weitergehende Blutuntersuchungen vornehmen. Bei einer dieser Blutuntersuchungen kam heraus, dass mein Prolaktinwert (ein Hormonwert) deutlich zu hoch war. Dieses wurde mir als ein Anzeichen auf ein Prolaktinom - einen gutartigen Hirntumor erklärt.

30.05.2014:


Aufgrund dieser Annahme an einem Prolaktinom erkrankt zu sein, wurde ein MRT meines Kopf erstellt, dessen Befund aber negativ – und ich dementsprechend gesund – war.

11.06.2014:


Da die Argumentation ich sei gesund, weil die Bildgebung unauffällig war, in Verbindung mit meinen Beschwerden keine befriedigende Lösung für mich darstellte und mein Hormonwert meiner Meinung nach nicht "einfach so" weit über dem Standardwert sein konnte, konsultierte ich einen Endokrinologen (Facharzt für Hormone). Ihm gegenüber schilderte ich - wie die vergangenen 6 Monate jedem Arzt – meinen Verdacht, dass ich glaubte, an Krebs - um genau zu sein, an einem Hodgkin Lymphom - erkrankt zu sein. Er war seit langem der erste Arzt, der sich die Zeit nahm, sich meine (wie sie an dieser Stelle merken) sehr lange Vorgeschichte anzuhören und nahm auch meinen Verdacht auf, wies aber darauf hin, dass Krebs nicht seine Kernkompetenz sei.

Die folgende Untersuchung der Schilddrüse zeigte, dass mein gesamter Hals voller Knoten war. Er veranlasste eine weitere Blutabnahme und rief noch während dieser meine Hausärztin an, um dieser die Lage zu schildern und ein weiteres Vorgehen zu besprechen. Aufgrund seines Befundes empfahl er mir zeitnah ein MRT meines Halses sowie ein Röntgenbild meines Brustkorbs erstellen zu lassen und überwies mich zu einer onkologischen Praxis in der Nähe.

Dort erlebte ich, was mir aus den letzten zwei Jahren nur zu gut bekannt war: Ich schilderte den Verdacht des Endokrinologen und warum dieser mich zu der Praxis überwiesen hatte und wurde vom Praxispersonal mit einem Termin in 6 Wochen nach Hause geschickt.

Glücklicher Weise bekam ich durch einen glücklichen Zufall zwei Tage später Termine für die empfohlenen Untersuchungen.

18.06.2014:


Der Verdacht wurde Gewissheit. Meine Hausärztin rief mich an, um mir die Befunde der Bildgebung und eine Liste an Terminen mitzuteilen, die sie für die kommende Woche im Krankenhaus für mich vereinbart hatte. Es war an dieser Stelle kein Schock für mich, sondern eher eine Erleichterung, weil die Kombination meiner Beschwerden kaum Raum für eine andere Diagnose lies, aber eine fehlende ganzheitliche Betrachtung mich sehr viel Zeit gekostet hatte.

2014-11-04-2Mit dem Wissen, dass die nun folgende chemotherapeutische Behandlung unter anderem gewisse Dinge ausschließen würde und ich positiv war, dass ich den Krebs besiegen würde, fuhr ich gemeinsam mit meiner Fußballmannschaft - wie seit langem geplant - an dem folgenden Wochenende auf Saisonabschlussfahrt, bevor ich mich drei Tage später ins Krankenhaus begab, um mich der Chemotherapie zu unterziehen.
Heute weiß ich, dass ich mich während dieser knapp zwei Jahre zwar sehr mit der Diagnose dessen, was mir diese großen körperlichen Beschwerden bereitet haben, beschäftigt hatte, nicht aber, welche Alternativen es zu einer chemotherapeutischen Behandlung gab. Folglich verbrachte ich die folgenden fünf Monate damit, die Chemotherapie und ihre Nebenwirkungen über mich ergehen zu lassen. 

November 2014:


2014-10-08-2

Ich  beendete die Therapie erfolgreich (PET-negativ), aber stark gezeichnet von den Nebenwirkungen.

Februar 2015:


Seit einigen Wochen hatte ich erneut den sehr prägnanten "Krebsgeruch" an mir wahrgenommen. Das CT zeigte zwar vergrößerte Knoten, dieses wurde mir aber in Folge einer Chemo als normal erklärt. Da ich bislang nicht als Hypochonder in Erscheinung getreten war und ein ums andere Mal ein gutes Körpergefühl bewiesen hatte, veranlasste mein damals behandelnder Onkologe zur Sicherheit ein PET-CT:

Bildschirmfoto 2015-12-15 um 10.38.52

Bei diesem zeigte sich - nur drei Monate nach der (nun muss ich sagen mehr oder weniger erfolgreichen) Chemotherapie im „BEACOPP escaliert“ Schema - dass ich ein schnellwachsendes Frührezidiv (eine Rückkehr des Krebses) mit Knochenbefall im 4. Stadium hatte.

Die Ärzte gaben mir noch drei bis fünf Monate zu leben, würde ich die vorgeschlagene Behandlung, eine Doppel-Hochdosischemotherapie mit Stammzellentransplantation - nicht machen/wahrnehmen.

» Befund Rezidiv «

Ich terminierte und durchlief alle obligatorischen Untersuchungen (Ultraschall, Hörtest, Bluttest, Lungenfunktionstest), die für diese Chemotherapie nötig waren. Da ich mich von den Folgen der ersten Chemotherapie noch nicht ansatzweise erholt hatte, wollte ich mich nicht damit zufrieden geben, dass diese Therapieform meine einzige Chance sein sollte.

Ich suchte in den folgenden Tagen weitere Onkologen auf, um mir eine zweite-dritte-vierte Meinung zu holen und einen Arzt zu finden, der bereit war, mich auf einem Weg zu begleiten, den ich gemeinsam mit einer damaligen Freundin, die ebenfalls von dem Potential des alternativen Weges überzeugt war, schmiedete. Leider waren die Termine ein ums andere Mal sehr ernüchternd und z. T. fühlte es sich an, wie ein lebensmüder Spinner betrachtet zu werden, sobald ich meine Gedanken mit dem mir jeweils gegenübersitzenden Arzt besprechen wollte.

Der Plan war, möglichst viele Aspekte zu berücksichtigen, die meinem Körper Hilfestellung geben sollten, wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Neben mehr Achtsamkeit und einer Entschleunigung meines Lebens stand aber vor allem mein Säure-Basen-Haushalt auf Basis der Erkenntnisse von Otto Warburg, gepaart mit einer strikt veganen, rohköstlichen, chlorophyllhaltigen Ernährung ohne Zucker und Kohlenhydrate im Mittelpunkt.

Otto Warburg hatte bereits vor ca. 100 Jahren herausgefunden, dass Krebs in einem basischen, möglichst sauerstoffreichem Milieu eine deutlich schlechtere Lebensgrundlage vorfindet. Genau diese schuf ich durch ein Rizolöl zur Erhöhung der Sauerstoffsättigung sowie die Gabe von Kaiser-Natron zur Anhebung des PH Wertes. Das Kaiser-Natron vermengte ich mit Zuckerrohrmelasse, um es als „trojanisches Pferd“ direkt in die Krebszelle zu schleusen. Diese Methode, die sich den Zuckerhunger des Krebses zueigen macht, wurde ebenfalls von Otto Warburg entdeckt. Diese Erkenntnisse von Otto Warburg werden in der Schulmedizin bei der Erstellung von PET CTs (zur Diagnose) angewendet.

21.03.2015:


Da ich noch nicht zu 100% sicher war, ob ich den Mut und die Disziplin haben würde, entgegen aller Ratschläge und Arztmeinungen, auf eigene Faust die geplante Chemotherapie abzulehnen und ein Mensch der Optionen bin, lies ich am Morgen erneut eine Knochenstanze für eine mögliche Chemotherapie erstellen. Während ich im Wartezimmer auf meine Besprechung wartete, kam mein behandelnder Arzt zu mir und gab mir ein 58 seitiges Dokument, das an diversen Stellen mit farbigen Zetteln markiert war mit den Worten:

Wenn Sie an den markierten Stellen unterschreiben, dann können wir am Montag direkt anfangen

Dieses war ein weiterer Schlüsselmoment für mich, dass eine Chemotherapie nicht der richtige Weg für mich ist. Ich war schockiert darüber, dass ich ein Dokument für eine Behandlung, die ein eigenes Sterberisiko mit sich bringt, unterschreiben sollte, ohne auch nur ansatzweise die Chance zu haben, dieses Dokument in einem überfüllten Wartezimmer in den verbleibenden zehn Minuten durchzulesen, geschweige denn zu verstehen. Ich nahm die Unterlagen mit nach Hause und vereinbarte, aufkommende Fragen am Montag bei meiner stationären Aufnahme mit meinem Arzt durchzusprechen.

Zu Hause angekommen, waren schon Freunde und Familie da, um mir bei meinem an dem Tag stattfindenden Umzug zu helfen. Wir ackerten den ganzen Tag - was zugegebenermaßen mit einem gestanzten Beckenkamm nicht sehr spaßig ist. Da ich nicht wusste, wie die Zukunft für mich werden sollte, nahm ich meinen Auszug zum Anlass, um am Abend nochmal eine ordentliche Abschiedsparty zu feiern. Wovon genau, das wusste ich selbst nicht so recht.

Ich genoss den Abend, leckeres Essen, ein paar Bier und die Gesellschaft meiner Freunde, merkte aber auch, dass der Krebs mir so massiv die Luft nahm, dass der Abend mich massiv anstrengte.

22.03.2015:


Am Morgen erwachte ich, weil ich so Luftnot verspürte, dass es sich anfühlte, als würde ein Elefantenbaby auf meinem Brustkorb sitzen. Dieser Moment war mein Startschuss, den nur wenige Menschen in meinem Umfeld nachvollziehen konnten.

Ich setzte mir eine Frist in vier Wochen und begann meine Art der Therapie. Sonntags abends - nach zwei Tagen Salat und stillem Wasser - war ich überzeugt, dass dieser Weg eine Chance verdient hat und rief folgerichtig beim Casemanagement des Krankenhauses an und stornierte mittels Nachricht auf dem Anrufbeantworter mein für den nächsten Tag gebuchtes Zimmer auf der Station.

Mit großartiger Unterstützung vor allem der Freundin, die mich schon während der Planung zu diesem Weg ermutigt hatte, brachte ich die ersten Tage hinter mich und fühlte mich schon nach gut einer Woche deutlich besser. Dennoch war ich weiterhin auf der Suche nach einem Arzt, der bereit war, mich auf diesem Weg zu begleiten.

Über eine Empfehlung meiner Physiotherapeutin, die mich wöchentlich aufgrund meiner Gelenkschmerzen (hervorgerufen durch die Chemotherapie) behandelt, kam ich zu einer Praxis für ganzheitliche Medizin, um mit einem Alternativmediziner meine Gedanken einen anderen Weg einzuschlagen, durchzusprechen.

Ich trug mein Konzept, mein Leben und vor allem meine Ernährung radikal zu ändern und dem Krebs dadurch Paroli zu bieten bei diesem vor. Begleitet wurde ich wie bereits ab und zu in der Uniklinik und bei den "Folgemeinungsterminen" von der Freundin, die meine größte Unterstützung auf diesem Weg war. Vier Ohren hören immerhin besser als zwei und es erleichtert einen Gedankenaustausch. Leider verlief der Termin aus unserer Sicht erneut enttäuschend, da selbst der alternativ ausgerichtete Arzt mir sagte, dass er sich nicht vorstellen könnte, dass mein Gemüseplan etwas bewirken würde, und dass auch er den vorgeschlagenen Behandlungsweg empfehlen würde.

Dennoch war der Termin für mich sehr wertvoll, da der Arzt in einem Nebensatz bei der Verabschiedung etwas sagte, das ein großer Leitsatz für den Erfolg dieses Weges für mich werden sollte:

Sie müssen sich Ihr Leben anschauen! Irgendetwas muss in Ihrem Leben oder Ihrer Lebensweise sein, das wie eine Sollbruchstelle in Ihrer Gesundheit ist. Sie haben so eine starke Chemotherapie bekommen, und trotzdem sind Sie nach drei Monaten wieder voller Krebs inklusive Knochenbefall

Er schickte uns weiter zu einem Professor in Bonn. In dessen Abwesenheit schaute sich ein junger Assistenzarzt dennoch meine Unterlagen an und auch er sagte, dass bei diesen Befunden der von meinem Krankenhaus gewählte Weg der sei, den man auch dort gehen würde. Er erkannte aber, dass es mir wichtig war, einen Weg zu finden bzw. zu gehen, der eben nicht der Weg der Chemotherapie war und ließ mir einen kurzfristigen Termin beim Professor vereinbaren.

31.03.2015:


Zehn Tage nach dem Start meines Experiments trug ich meinen Plan und das, was ich machte beim Professor in Bonn vor. Obwohl auch er Schulmediziner ist und ebenfalls den Weg der Chemotherapie als Weg der ersten Wahl empfahl, diskutierte er meine Überlegungen auf Augenhöhe mit mir und überraschte mich mit einer Aussage, die mich in meinem Plan bestärkte:

"Wissen Sie, wir wissen nicht, wo Krebs her kommt und es wäre anmaßend zu sagen, dass er genau deswegen nicht auch wieder weg gehen könnte, wenn man seinem Körper hilft. Eine Therapie kann nur erfolgreich sein, wenn der Patient diese mit Überzeugung macht. Wenn Sie von der Chemotherapie nicht überzeugt sind, machen Sie das, was Sie mir gerade erzählt haben weiter. Aber lassen Sie in 4-6 Wochen ein CT machen, um den Verlauf zu kontrollieren. Die Chemotherapie ist so stark, dass sie auch wirkt, wenn sie erst in ein paar Wochen anfangen. Wenn sie dann nicht wirkt, dann hätte sie es wahrscheinlich auch nicht getan, wenn Sie jetzt damit begonnen hätten".

Dieser Satz beflügelte mich und motivierte mich umso mehr, durchzuhalten.

01.04.2015:


Der letzte Kontakt zu meinem behandelnden Arzt war gut zwei Wochen her als ich erstmalig einen Anruf meines Onkologen entgegen nahm. Ich schilderte ihm am Telefon was ich machte und wir einigten uns darauf, einen Termin nach den Ostertagen zu vereinbaren. Im Krankenhaus begrüßte mich ein mir fremder Arzt, da mein bis dahin betreuender Arzt versetzt wurde. Der neue mir unbekannte Arzt redete auf mich ein, dass es lebensmüde sei, die mich rettende Hochdosischemotherapie noch nicht begonnen zu haben und dass die extra für die Chemotherapie gemachte Knochenstanze jetzt nicht mehr verwendbar sei, da sie zu alt sei. Ich sagte ihm, dass ich mehr Angst vor der Chemotherapie hätte als vor dem Krebs, und dass ich daher vor einer solch heftigen Behandlung einen Weg, der mir sehr schlüssig und vielversprechend erschien, nicht unversucht lassen wollte. Ich berichtete ihm, was ich die letzten Wochen gemacht hatte, dass ich mich besser fühlte und dass ich keine Chemotherapie beginnen würde, bevor ich nicht ein erneutes PET CT erhalten hätte. Seine Antwort schockierte mich:

„Wir haben ein PET CT das fünf Wochen alt ist, dieses ist mehr als eindeutig. Heute wollen Sie ein PET CT, weil sie anders gegessen haben, und nächstes Mal gehen Sie nicht in die Chemotherapie weil sie vorher bei der Fußmassage waren“.

Die Freundin, die mich unterstützte und wie zuvor bei meinem Termin dabei war, war über diese Aussage ebenso entgeistert wie ich. Ich blieb stur, und so unterbrachen wir den Termin, damit der Arzt sich mit meinem bisherigen behandelnden Arzt besprechen konnte. Nach knapp 20 Minuten, in denen wir schon Alternativpläne durchdachten, wie ich auf anderem Weg ein PET CT bekommen könnte, kam er zu uns und teilte mir mit, dass ich ein Low-Dose-PET CT erhalten würde. Bei einem Low Dose (PET) CT werden weniger Aufnahmen gemacht, um die Strahlenbelastung zu reduzieren.

17.04.2015:


Der Tag, an dem das hart erkämpfte zweite PET-CT durchgeführt wurde. Da PET CT Untersuchungen immer im einmal wöchentlich stattfindenden Tumorboard besprochen werden, hieß es für mich nun zu warten. Meine größte Sorge war, dass man noch nicht genug sehen konnte, weil die Zeit nicht gereicht hatte eine Veränderung zu erwirken.

Bildschirmfoto 2015-12-15 um 10.39.10

Der vorläufige Befund zeigte glücklicher Weise ein anderes Bild und las sich wie folgt:

 

» Schnellbefund PET CT 23.3.2015 «

Im Rahmen der Panel-Besprechung 22.04.2015 wurde für o.g. Patienten folgende Empfehlung gegeben:

„Bei rückläufigen FDS-Aufnahmen in axilär, mediastinalen Lymphknoten, sowie auch im LWS rückläufigen Befund. Derzeit kein Hinweis auf Progress – weiter konservatives Vorgehen empfohlen.“

Nur vier Wochen konsequenter Ernährung und ich hatte schwarz auf weiß, dass sich der Krebs zurück gebildet hatte! Die Ärzte rückten von ihrer Meinung, dass nur eine Doppel-Hochdosischemotherapie mich im Kampf gegen den Krebs retten könne ab und empfahlen von nun an ein konservatives Vorgehen – auch „wait and see“ – genannt.

Was für ein Erfolg!

2015-06-28-1Da mein Körper mir schon während der letzten Wochen ein extrem positives Feedback gegeben hatte und ich mich bisher immer auf mein Körpergefühl verlassen konnte, hatte ich zwar nichts anderes erwartet, aber ein ärztlicher Befund, der sich auf objektive Bilder stütze, war dennoch eine andere Hausnummer als mein subjektives Gefühl. Der Arzt, der mich mit seinem Fußmassagenspruch als Spinner dargestellt hatte, überbrachte mir dieses sensationelle Ergebnis recht wortkarg. Als ich ihn fragte, ob er wissen wolle, was ich in den letzten Wochen gemacht habe, war seine Antwort kurz und schmerzlos: „Nein“.

Ich bedaure, dass ich als Patient die Erfahrung machen musste, extrem auf mich gestellt gewesen zu sein. Dass ich das Gefühl hatte, es wird nicht akzeptiert, dass ich für mich einen anderen als den üblichen Weg gehen wollte. Oftmals habe ich vermisst, dass meine Ärzte, mich bei einer Entscheidung, die mein Leben betraf, unterstützen. Eine Entscheidung, deren Verantwortung ich bereit war zu übernehmen und die Konsequenzen und Strapazen ich sowohl bei einer Chemo als auch bei meinem Weg ganz allein tragen muss. Durch meine erste Chemotherapie wusste ich, dass es einen großen Unterschied darstellt, ob man die massiven Auswirkungen am eigenen Körper erlebt, oder ob man sich die Nebenwirkungen auf dem Papier durchliest. Die Vorstellungskraft reichte (zumindest bei mir) bei weitem nicht aus.

Mir rettet diese Art zu Leben mein Leben. Es ist nicht immer leicht, denn ich war ein Fleischliebhaber. Ebenso wie ich viele andere Dinge mehr als gern essen würde, auf die ich seither aber größtenteils verzichte. Auf den ersten Blick wirkt es auf viele Menschen so, dass man sein Leben aufgibt, weil man ja nichts mehr darf, und in vielem eingeschränkt ist. Genau das Gegenteil ist aber der Fall: Während der Zeit im Krankenhaus durfte ich essen, worauf ich Lust hatte. Irgendwann waren meine Schleimhäute aber so angegriffen, dass die Auswahl der Dinge, die ich essen konnte extrem limitiert war. Im Laufe der Zeit ist mein Horizont an Möglichkeiten, sich rohköstlich-vegan und ohne Zucker, aber mit Genuss ernähren zu können, extrem gewachsen. Eine riesen Entdeckung hierzu war für mich das Restaurant Mei Wok Vegan in Köln. Hier wird so individuell gekocht, dass es mir wieder möglich ist, ohne zu sündigen oder meine Ernährung zu ändern, genussvoll essen gehen zu können.

Ich bin sicher, dass mir diese Ernährung in der Kombination aus einer allgemeinen Änderung der "Lebensroutine" mein Leben gerettet hat. Der Versuch – nicht nur in Bezug auf Krebs – es einfach mal 4-6 Wochen auszuprobieren, lohnt sich meiner Meinung nach immer.

In unserer heutigen schnelllebigen „to go“ Zeit, in der wir häufig durch die Gegend hetzen und vorgefertigtes Essen von meist schnell gezüchteten Pflanzen und Tieren zu uns nehmen, kann es nur eine bereichernde Ergänzung der Heilungs- / Wohlfühlkomponente sein, wenn wir in Bezug auf unser Leben und unsere Nahrung achtsamer und bedächtiger werden. Hinzu kommt, dass es eine sehr sanfte Methode ohne Nebenwirkungen ist, dem Körper die Rahmenbedingungen zu schaffen, dass er mit seinen sensationellen Selbstheilungskräften sich selbst helfen kann.

Wichtig ist, dass man diese Zeit 120%ig konsequent lebt. Ebenso, wie man bei einer Chemotherapie auch nicht mal zwischendurch aussetzen würde. 

Mir hat es nach sieben Tagen den Großteil meiner Symptome in erster Linie. die massive Luftnot genommen. Es funktioniert nur bei absoluter Disziplin. Krebs ist wie ein Feuer. Solange er glüht ist Zucker wie ein Brandbeschleuniger.

Man kann sehr viel beeinflussen, indem man dem Körper gute Energie zuführt (pflanzliches Eiweiß und pflanzliches Fett, chlorophyllhaltige Nahrung, viel grüne Rohkost). Durch Kokosnüsse, Wallnüsse, Mandeln, verschiedene Öle, Avocado usw. führt man dem Körper Energie zu, die von gesunden Zellen deutlich besser verstoffwechselt werden kann als von Krebszellen. 

2015-10-18 10.39.37Ich habe am 22.03.2015 mit diesem Weg begonnen. Von Woche zu Woche fühlte ich mich besser und konnte ein Leben ohne Einschränkungen (wie z.B. Meidung von Menschenmengen aufgrund einer erhöhten Infektionsgefahr, Übelkeit, tägliche Arzttermine usw.) führen. Mein Immunsystem war stark, ich war in dem gesamten Jahr nicht einmal krank. Ich trieb Sport und lief am 18.10.2015 meinen ersten 10 KM Volkslauf in 1:08. Keine Siegerzeit, aber ich fühlte mich als Gewinner, weil an all dieses während meiner Chemotherapie nicht zu denken war. Ich fühlte mich so gut wie seit Jahren nicht mehr trotz des Krebses. Beim letzten CT im Dezember 2015 war keine Stoffwechselaktivität mehr nachweisbar, das heißt, der Krebs war weg. Der Zeitraum der dafür nötig war, war vergleichbar mit dem, den eine Chemotherapie gedauert hätte. Auf mich bezogen war das Risiko geringer und die Lebensqualität deutlich höher.

Ich versuche bei allem im Leben auch immer die andere Seite zu sehen. Die Krankheit ist nicht schön und ich hatte bedingt dadurch viel Schmerzen und leide zum Teil jetzt noch an den Folgen der Behandlung. Ohne den Krebs – vor allem nicht ohne das Rezidiv – hätte ich aber niemals so innegehalten und mein Leben kritisch beleuchtet. Ich habe gelernt, gelassener zu werden und Dinge anders wertzuschätzen, vor allem den Wert meiner Gesundheit. Ich versuche immer aus allem auch etwas positives zu ziehen. Ich hatte das Glück, dass ich die Krankheit zwei mal überstanden habe und vielleicht sogar stärker aus dieser Zeit heraus gekommen bin. Nicht jeder in meinem Umfeld konnte gut mit meiner Situation umgehen und ich habe während dieser Zeit Menschen verloren, die mir sehr wichtig waren und die ein Loch in meinem Leben hinterlassen haben. Dieses zu verstehen war nicht ganz einfach für mich, da ich ja keine greifbare Schuld an meiner Erkrankung und Situation hatte. Dennoch muss ich jedem zugestehen, dass er sich entfernt, wenn er nicht gut damit umgehen kann, einen nahestehenden Menschen plötzlich in einem Zustand zu sehen, der nicht sehr schön ist. Auf der anderen Seite waren plötzlich Menschen für mich da, die ich zuvor eher flüchtig kannte und die sich extrem gekümmert und mich aufgefangen haben. Besonders froh war ich persönlich um die, die mir „normal“ gegenüber getreten sind, da das der Umgang war, der mir am liebsten war. Obwohl der Krebs viele Schmerzen und Probleme mit sich gebracht hat, so war auch er es, der die entscheidende Wendung in mein Leben gebracht hat, die ich nicht mehr missen möchte.

  1. Konsequent sein! (Keine Ausnahmen, nicht mal ein Keks, ein Stück Brot usw..)
  2. Zucker komplett weglassen! (Zucker ist die Hauptnahrungsquelle vom Krebs, daraus gewinnt er seine Energie zu wachsen!!)
  3. Kohlenhydrate (Brot, Nudeln, Kartoffeln, Reis usw.) weglassen, denn daraus wird Zucker im Stoffwechsel gewonnen (siehe oben)!
  4. Komplett vegan leben, (nichts tierisches)!
  5. Saure Lebensmittel“ weglassen! (Kaffee, Getränke mit Kohlensäure, Cola, Cola light, Saft usw.. Schmeckt zwar süß, ist aber im Stoffwechsel sauer.)
    => Krebs kann besonders gut überleben, wenn unser Körper sauer ist und mit zu wenig Sauerstoff versorgt wird. Darum muss dein Milieu basisch werden. Zur Kontrolle, morgens über einen PH (Lakmus) Streifen pinkeln.
  6. Möglichst kein Obst (Fruchtzucker) (siehe oben)!
  7. Jeden Morgen und Abend vor dem Essen (sprich möglichst auf nüchternen Magen) 2-3 Teelöffel Zuckerrohrmelasse mit einem Teelöffel Kaiser-Natron erhitzen, damit es verschmilzt und dann mit Wasser aufgießen und trinken (siehe Punkt 4, den Körper mehr basisch bekommen). =>Da Krebs ja hungrig auf süßes ist, verstoffwechselt er die süße Melasse, die aber ein "trojanisches Pferd" ist, mit dem das basische in die saure Krebszelle geschleust wird. Den PH-Wert morgens und abends mit Lakmus-Streifen kontrollieren. 7,5-8 ist für diese Zeit gut.
  8. Viel rohes, möglichst grünes Gemüse!
  9. Viel trinken. Z. B. (Kräuter-)tee, stilles Wasser. Keine Limo, kein Kaffee, keine Kohlensäure!
  10. Chlorella-Algentabletten Morgens-Mittags-Abends (helfen dem Körper, die Giftstoffe, die gelöst werden zu binden und auszuscheiden, damit sie sich nicht einlagern)!
  11. Jeden Tag Bewegung an frischer Luft, bewusst atmen, vor allem tief ausatmen! Atemübungen / Yoga sind super. Stress vermeiden, geregelt und genug schlafen bei ausreichend frischer Luft! (Schlafhygiene beachten). Zellen werden im Schlaf repariert. Am besten 7,5 Stunden +.
  12. Bittere Aprikosenkerne essen. Mit 1-1-1 beginnen, und dann immer "+1" bis max. 10. Lange kauen, gut einspeicheln, die Bitterstoffe werden dann schon über die Mundschleimhaut aufgenommen.
  13. Rizol Öl . Ebenso anfangen wie mit den Kernen, allerdings bis maximal 15 Tropfen. Sehr behutsam und langsam einschleichen!!! Bei zu schneller Dosiserhöhung kann es zu Kopfschmerzen und Übelkeit kommen. Ich habe es allein gemacht, die Einnahme wird aber unter Aufsicht z. B. eines Heilpraktikers empfohlen. Immer erst das Öl ins Glas und dann mit Wasser auffüllen. -> Erhöht den Sauerstoff im Körper. Jeweils einen Tropfen in ein Glas und mit Wasser auffüllen.